Grenzland-Kaserne


Mit der Grundsteinlegung 1936 beginnt der Aufbau fünf großer Gebäude, die ihr Richtfest am 05. April 1937 hatten. Bis zur endgültigen Fertigstellung dauerte es jedoch noch Jahre, denn in der folgenden Zeit sollten noch 15 weitere Gebäude entstehen, zu denen auch Pferdeställe, Fahrzeughallen und Exerzierhallen gehörten. Am O 1.10.1938 wurde die gerade fertiggestellte Kaserne durch die 1. Abteilung des Artillerie-Regiments 30 unter Major Paul belegt.

Mit dem Kriegsausbruch 1939 zog ein Ersatzbataillon in die Kaserne ein. An der Front verwundete Soldaten hatten sich nach ihrem Heimataufenthalt hier zu melden und auf ihren erneuten Einsatz zu warten.

Übersicht:

Größe:
zoom_out_map  15,8 ha

Abgabe:
date_range  30.09.1993

Status:
T-Bereich komplett abgerissen, die alten Mannschaftsblocks wurden umgebaut.

Nach der Kapitulation diente die Kaserne den englischen Besatzungstruppen als Unterkunft. Im Jahre 1948 bezog eine norwegische Feldartillerie-Abteilung die Gebäude. Die Soldaten kamen im halbjährigen Wechsel nach Deutschland, die letzten verließen Flensburg 1953.

Mit der Aufstellung der Bundeswehr begann für die Grenzland-Kaserne ein neuer Abschnitt. Am 16.07.1956 zog das Panzerbataillon 13 hier ein. Erst 14 Monate später wurden am 02.09.1957 nach Einführung der Wehrpflicht die ersten 80 Rekruten in die Grenzland-Kaserne eingezogen. Noch im selben Jahr verlegte das Panzerbataillon nach Neumünster.

Sein Nachfolger wird das III. Feldartillerie-Regiment 6. Im Januar 1956 kommt das Vorauspersonal von Stab und Stabskompanie der Kampfgruppe A 6 hinzu. Nach kurzem Aufenthalt wurde die Kampfgruppe im Frühjahr in die Briesen-Kaserne nach Flensburg-Weiche verlegt. Am 01.04.1959 zog das III. Feldartillerie-Regiment 6 nach Schleswig um.

Einzug in die Grenzland-Kaserne hielt jetzt das Panzerbataillon 16, das später im Rahmen der Heeresumstrukturierung zum Panzergrenadierbataillon 161 umbenannt wurde. Nach 10-jährigem Aufenthalt erfuhr die Kaserne wieder einen großen Umzug. Das Panzergrenadierbataillon 161 wurde nach Flensburg-Weiche verlegt, wo es als Jägerbataillon 511 eingesetzt war.

Die Gebäude wurden im Januar 1970 durch das Marinefernmeldebataillon 771 bezogen. Dem Vorauspersonal von 40 Soldaten folgte am 09.01.1970 das Bataillon aus Lübeck, welches dann in Fernmeldebataillon 620 umbenannt wurde.

Von April 1974 bis März 1992 waren im Block 5 Teile des Feldjägerbataillon 610 untergebracht. Dieses Bataillon stellte zugleich das Feldjägerdienstkommando, das im Raum Flensburg seinen Dienst versah. Am 01.07.1985 begann ein neuer Abschnitt für die Grenzlandkaserne. Seit diesem Tage wurde die Kaserne grundinstandgesetzt. Es entstand ein neues Wachgebäude. Die Truppenunterkünfte wurden modernisiert.

Der nächste Einschnitt begann am 01.04.1992 mit dem Umzug der Femmeldeausbildungskompanie 601 in die Briesen-Kaserne und den Wechsel der 3. und 4. Kompanie in den Block 3 um die Blöcke 2 und 5 für die Nutzung durch das Land Schleswig-Holstein freizumachen.

Das Ende der Nutzung der Grenzland-Kaserne durch militärische Dienststellen fällt mit der Auflösung des Fernmeldebataillons 620 am 30.09.1993 zusammen.

Mehrere Jahre lag das Gelände brach bzw. es wurde teilweise von Behörden genutzt, bis dann Ende der 1990er Jahre der technische Bereich neu gebauten Einfamilienhäusern weichen musste. Die alten Gebäude der 1930er Jahre wurden saniert und zu Wohnungen ausgebaut. Aus der Wache wurde eine Arztpraxis.

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