NEC Wettkampf

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Geschichte und Inhalte

Der NEC-Wettkampf (teilweise auch Northern European Command Infantry Competition, abgekürzt NECIC) wurde im Jahre 1969 ins Leben gerufen, um die Qualität der Infanteristen im Kommandobereich Nord-Europa zu bewerten, aber auch um die Freundschaft
zwischen den teilnehmenden Staaten zu fördern. Anfangs nehmen Infanteristen aus Dänemark, Deutschland und Norwegen teil.

Der Ablauf sieht vor, dass jede teilnehmende Nation zwei Gruppen der Stärke 1/7 stellt.

Der Wettkampf bestand ursprünglich aus einem Spähtrupp bei Nacht, einer infanteristischen Vielseitigkeitsprüfung des Einzelschützen mit 10 Stationen (Pz-Erkennung, Schießen, ABC-Abwehr, Hindernisbahn etc.), je einem Gruppenverteidigungsschießen bei Tag und Nacht sowie einem 15 km Geländelauf mit Ausrüstung und bis zu 6 Stationen (Schlauchboot, Hindernisbahn etc.), die auf Zeit zu bewältigen waren.

Mitte der 80er Jahre wurde das Niveau so gesteigert, dass man mit den üblichen drei Monaten Training nicht mehr auskam und auf bis zu zwölf Monate steigerte. So suchte das Jägerbataillon 66 im Jahr 1985 seine Wettkämpfer mit Masse im eigenen Bataillon aus, konnte sich aber in Norwegen nicht durchsetzen. Den immens gestiegenen körperlichen Anforderungen konnte man erst bei den folgenden Teilnahmen Rechnung tragen. 1988 suchte das Jägerbataillon 66 die besten Soldaten aus den vier Jägerbataillonen nördlich der Elbe aus und konnte dann den Wettkampf im norwegischen Evjemoen für sich entscheiden.

Den Männern wird die Teilnahme am NEC als die große Herausforderung in ihrem bisherigen Leben in Erinnerung bleiben, als ständig wiederkehrende Annäherung an die körperliche und seelische Leistungsgrenze; über allem aber steht für sie das Erlebnis der Kameradschaft im Team, das Bewusstsein, für den Zug, die Kompanie, das Bataillon und letztlich für Deutschland ihr Bestes gegeben zu haben.

Diejenigen Soldaten, die mit der Logistik dieses Abenteuers zu tun hatten, dachten bisweilen ganz anders darüber, interpretierten das Kürzel NEC als "never ending chaos".

 

Unter den Langhaarigen gab es aber auch gute Soldaten und sportliche Typen, die durchaus zu großen Leistungen zu motivieren waren. Die besten von ihnen wurden nach der Allgemeinen Grundausbildung in den jeweiligen NEC-Zug versetzt, den der Hauptfeldwebel Jeutter führte. In diesem NEC-Zug wurden die Soldaten je nach Diensteintritt zwei/drei Quartale lang in harter Ausbildung auf den ja auch körperlich sehr fordernden NEC-Wettkampf im Herbst eines jeden Jahres vorbereitet. Damals wurden die teilnehmenden Mannschaften immer erst kurz vor dem Wettkampf durch den CINCNORTH persönlich unter allen Infanteriebataillonen der Division ausgelost. D.h., es mußten sich stets alle Panzergrenadier- und Jägerbataillone der Division auf den Wettkampf vorbereiten, ohne zu wissen, ob sie zum eigentlichen Wettkampf ausgewählt werden würden oder nicht. Für den Ausbildungsstand der damaligen Infanteriebataillone war dieses Verfahren natürlich von Vorteil, für die nicht ausgewählten Bataillone und das war stets die Masse - aber höchst frustrierend. Um diesem Frust zu begegnen, wurde vor dem eigentlichen Wettkampf ein »NEC-Vorwettkampf« auf Divisionsebene durchgeführt. Diesen gewannen unsere Mannschaften schon 1970 mit deutlichem Vorsprung, erfuhren dann aber noch am Tage ihres Sieges, daß sie für den eigentlichen Wettkampf nicht ausgelost worden waren. Dafür wurden dann aber im folgenden Jahr gleich beide Mannschaften von 162 ausgelost. Die Soldaten dieser Mannschaften waren nun inzwischen alle langhaarig. Alle Bemühungen, die zum Teil auch mit handfesten Versprechungen (z.B. Sonderurlaub) verbunden waren, die Wettkämpfer dahin zu bringen, sich wenigstens für den eigentlichen Wettkampf die Haare schneiden zu lassen, waren jedoch vergeblich. Sie wollten zeigen, daß sie auch mit langen Haaren gewinnen können. Und das taten sie dann auch. Sie gewannen Gold und Silber und die begehrte Trophäe für den Mannschaftssieg. Zu ihrer Heimkehr war dann das ganze Bataillon angetreten, die Sieger schritten die Front ab und wurden am Ende des Appells ausnahmslos und ohne Rücksicht auf ihren bisherigen Dienstgrad bzw. ihr »Konto« im Disziplinarbuch zu Obergefreiten befördert.

Chronik PzGrenBtl 162

Im Jahre 1973 wurde der Wettkampf dahingehend erweitert, als dass auch Infantriegruppen aus Großbritannien Kanada und den Niederlanden teilnehmen können. Jede Nation stellte eine Gruppe der Stärke 1/7 mit Ausnahme der Engländer die eine Gruppe der "UK  Army" und eine Gruppe der "UK Royal Marines" stellten.

Der Wettkampf war so ausgelegt, dass die Teams den Ausbildungsstandard jedes Beteiligten Staates erfüllen sollten. Der Austragungsort wechselte jedes Jahr zwischen den 3 Staaten Norwegen, Dänemark und Deutschland.

"Zieh durch!" und "Go, Go, Go!" waren wohl die häufigsten Anfeuerungsrufe während des traditionellen Vergleichskampfes der nordwesteuropäischen Streitkräfte auf dem Truppenübungsplatz im holsteinischen Putlos. Zwei Mannschaften der 3. Kompanie der Flensburger Jäger kämpften neben den Teams aus England, Dänemark, Kanada, Holland und Norwegen vom 05. - 08. September um den Gewinn des "Silbernen Wikingerschiffes" - dem seit 1969 zu erringenden Wanderpreis der unter "NEC" bekannten "kleinen 1Infanteristen-Olympiade". Nach dem mehr als 8 Monate langen Training der Teams unter Führung ihres Kompaniechefs Hauptmann Jens Konrad und Trainer Oberfeldwebel Roland Starck bewiesen die Jäger, das sie gewillt waren, den Wettkampf insgesamt und möglichst viele Einzelwettbewerbe zu gewinnen - Wettbewerbe, die neben dem Vergleich des Ausbildungsstandes der Infanteristen auch der Förderung und Festigung der Kameradschaft der teilnehmenden Nationen dienen sollen.

Bevor aber die siegreiche Mannschaft "Deutschland 1", geführt von Feldwebel Mario Ehlert, das "Silberne Schiff" entgegennehmen konnte, mussten zuerst zwei harte Wettkampftage mit mühsamen Orientierungsmärschen, Geschicklichkeitsprüfungen und fordernden Schießübungen bei Nacht absolviert werden. Köpfchen, Ausdauer, Kraft und ein zielsicheres Auge waren hier unerlässlich. Neben den hervorragenden Platzierungen in den einzelnen Disziplinen - u.a. erwies sich der Gefreite Stefan Holm als schnellster Teilnehmer auf der Hindernisbahn - verblüfften die zum größten Teil grundwehrdienstleistenden Jäger die internationalen Gäste durch beispielhaften Teamgeist und Kameradschaft unter extremer Belastung. Sie bewiesen, dass junge Wehrpflichtige einen Vergleich mit den sogenannten "Profis" auch 1994 nicht scheuen mussten. So "segelte" das "Silberne Wikingerschiff" nach 1969 und 1977 wieder in die Flensburger Briesen - Kaserne.

Chronik JgBtl 511

Nach der Deutschen Wiedervereinigung ergaben sich in den Armeestrukturen der Teilnehmer viele Änderungen. In Deutschland wurde bspw. das Territorialkommando Schleswig-Holstein aufgelöst, ebenso nahezu alle ehemals teilnehmenden Verbände. Am 05.01.1994 beginnt letztmalig im Jägerbataillon 511 das Ausbildungsprogramm zur Vorbereitung der deutschen Mannschaft auf den NEC-Wettkampf für das Jahr 1994 - dem letzten unter deutscher Beteiligung. Auf dem Truppenübungsplatz Putlos befindet sich noch heute die spezielle Hindernisbahn des NEC-Wettkampfes.

Im Jahr 2017 und 2019 hat die RK HschBtl 813 die Nordic Infantry Competition (NIC) in Putlos ausgerichtet. Daran nahmen Mannschaften aus Dänemark und Deutschland, bestehend aus Reservisten teil.

Ein besonderes Ereignis ist die Teilnahme einer Mannschaft Jägerbataillon 512 an dem Infanteriewettkampf " NORTHERN EUROPEAN COMMAND INFANTRY COMPETITION" in Norwegen. Dieser Wettkampf des NATO-Kommandobereiches Europa-Nord stellt Mannschaften der Länder Norwegen, Dänemark, Deutschland und als Gastmannschaften der Länder Kanada, England und Holland auf dem infanteristischen Gebiet in Vergleich. Gefordert wird neben den allgemeinen soldatischen Fertigkeiten und Kenntnissen besonders das Können in der Orientierung und dem Schießen mit den Gruppenwaffen. Volle körperliche Leistungsfähigkeit ist die Voraussetzung für eine gute Platzierung.

Erstmals in der Geschichte des seit 1969 durchgeführten Wettkampfes gewinnt eine deutsche Mannschaft den begehrten Mannschaftspreis in Form des silbernen Wikingerschiffes. Die 2. Kompanie stellt die erfolgreiche Mannschaft, die der Oberfeldwebel Kaminski trainiert hat. Zweitbester der Einzelwertung wurde der Gefreite Bernd Bracker, den der Befehlshaber des Territorialkommandos, Konteradmiral Deckert, zur Belohnung im Flugzeug aus Norwegen mit nach Hause nimmt. Die Patengemeinde GRUBE lädt ihre siegreiche Mannschaft zum Wildschweinessen ein. I

n der Folge richtet das Bataillon den Wettkampf in PUTLOS mehrfach sehr erfolgreich aus und erhält für die hervorragende Durchführung des Wettkampfes im Jahre 1990 die Korpsmedaille verliehen. Noch einmal gelingt es - wiederum durch die von der 2. Kompanie gestellte und trainierte Mannschaft - das Wikingerschiff im Jahre 1987 in Dänemark zu erringen.

Chronik JgBtl 512 (1982)

Deutsche Gewinner

Austragungsorte

Jahr Austragungsort
1969 Norwegen (?)
1970 Dänemark (?)
1971 Deutschland (?)
1972 Norwegen (?)
1973 Dänemark (?)
1974 TrÜbPl Putlos (Ausrichter: JgBtl 512)
1975 Norwegen (?)
1976 Dänemark (?)
1977 TrÜbPl Putlos (Ausrichter: JgBtl 512)
1978 Dänemark
1979 Norwegen (?)
1980 TrÜbPl Putlos (Ausrichter: JgBtl 512)
1981 Dänemark (?)
Jahr Austragungsort
1982 Norwegen
1983 TrÜbPl Putlos (Ausrichter: JgBtl 512)
1984 Dänemark (?)
1985 Norwegen (?)
1986 TrÜbPl Putlos (Ausrichter: JgBtl 512)
1987 Dänemark
1988 Evjemoen (Norwegen)
1989 TrÜbPl Putlos (Ausrichter: JgBtl 512)
1990  
1991  
1992 Norwegen
1993 Dänemark (?)
1994 TrÜbPl Putlos

Quellen / weitere Infos

  1. https://www.reservistenverband.de/schleswig-holstein/aktuelles/nordic-infantry-competition-nic-2017/
  2. https://www.reservistenverband.de/schleswig-holstein/hschbtl-813/galerie/nordic-infantry-competition-2019-truebpl-putlos/
  3. https://de.wikipedia.org/wiki/NECIC_(Milit%C3%A4rwettkampf)

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