Einblicke in die Fernmeldekompanie 6

von

FmKp 6- Thomas Siems

Ich selber war von 1986 bis 1990 bei der FmKp 6. Wie die meisten Unteroffiziere kam ich als Wehrpflichtiger im Rahmen einer Truppenwerbung zur EloKa. Die FmKp 6 hat sich und den Auftrag vor allem bei Grundwehrdienstleistenden vorgestellt und man konnte an einem Eignungstest teilnehmen, um vor allem sprachliche Fähigkeiten zu testen. In meinem Quartal bewarben sich rund 50 Soldaten, vier hatten den Test bestanden und zu zweit blieben wir schließlich übrig.

Es folgten drei Monate Sprachunterricht in der Fernmeldeausbildungskompanie 5/I in Rotenburg (Wümme). Wer diesen bestand, ging dann auf weiterführende Russisch-Schulungen in der Fernmeldeschule in Feldafing und am Bundessprachenamt in Hürth. Zwischenzeitlich musste man natürlich noch zum Unteroffizierslehrgang (auch Feldafing), wo der Unterricht aber nicht aufhörte. Insgesamt hatten wir also rund 18 Monate täglich bis zu fünf Stunden Russischunterricht. In der Truppe war es möglich später weitere Lehrgänge am Bundessprachenamt zu belegen.

Als mobile Einheit fuhren wir viermal im Jahr an die Grenze nach Bahrdorf, östlich von Wolfsburg, wo es eine kleine permanente französische Aufklärungseinheit gab, auf dessen Gelände unsere Fernmeldeaufklärungszentrale aufgebaut wurde.

Besonders wenn die GSTD auf dem Truppenübungsplatz Letzlinger Heide (heutiges Gefechtsübungszentrum des Heeres) aktiv war, konnten das sehr anstrengende Wochen werden, bei der wir viele spannende, lustige, aber auch tragische Ereignisse live über den Äther miterleben konnten.

Im Rückblick wird einem erst klar, was in was für einer absurden Zeit des kalten Krieges wir damals mit Nato und Warschauer Pakt lebten. Durch unsere Tätigkeiten und auch den Zugang zu sowjetischen Medien hatten wir einen sehr anderen Blick auf die Sowjetunion als die meisten anderen Menschen in der BRD.

Unsere Tätigkeit führte auch zu einer gewissen Arroganz. Zum Beispiel sollten wir auch an Nato-Alarmen teilnehmen, aber unser Kompaniechef (vermutlich aus dessen Vorgänger) hat dem Divisionsstab klargemacht, dass es einen richtigen Alarm geben würde, wenn die Fernmeldeaufklärung sagt, dass der kalte Krieg heiß würde – wir haben deswegen auch während des Alarms immer normalen Dienst gehabt. Bei den jährlichen Schießübungen in Munster fuhren wir immer in Reisebussen, weil die Fahrzeuge in der Hindenburg-Kaserne nicht für alle ausreichten. Also entschied man sich, dass es lieber Neid gegenüber der FmKp geben sollte als unter den anderen Fernmeldern. Außerdem waren wir in festen Unterkünften untergebracht und brauchten nicht in Zelten zu übernachten.

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Kommentare

Kommentar von buengel |

Ich war bei dem Verein v, 1.7.64 bis 31.12.65, mithin 546 Tage unter dem hochqualifizierten Komp. Führer oberleutnant Lindemann, den wir auch als "den Blinden" bezeichneten,
Ein Ereignis ist mir noch heute präsent, 3. Kpmpanie , mir stank, dass nach 23 000.000.000 Opfern die die UdSSR zu beklagen hatte, das Land wieder im Focus deutscherAktivitäten lag, wie unter Hitler. Radio Moskau verabschiedete sich um 22.00 und nach den Glockenschlägen vom Kreml erklang die Hymne der Sowjetunion ich ging vor 22.00 in den Duschraum, stellte Radio Moskau ein und so erklang in einer Natokaserne über Monate jeden Abend die sowjetische Nationalhymne, reflektiert von den Wänden, hinaus in das Treppenhaus. der UVD, sicher auch kein großes Licht, summte später mit.

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