Der Haering-Degen – Symbol der Tradition des Fernmeldebataillons 6

von Webmaster

Ein historischer Degen und ein Dokument von Oberleutnant Heinrich Haering sind in einer Museumsvitrine ausgestellt.

Die Geschichte des Fernmeldebataillons 6 in Neumünster ist eng mit einem außergewöhnlichen Traditionsobjekt verbunden: dem Ehrendegen des Oberleutnants Heinrich Haering. Dieser Degen steht nicht nur als Erinnerungsstück in einer Vitrine, sondern als Sinnbild für Mut, Pflichtbewusstsein und die generationsübergreifende Verbundenheit unter den Fernmeldesoldaten.

Seinen Ursprung hat diese Tradition im Revolutionsjahr 1848. Damals führte Ingenieur-Lieutenant Heinrich Haering den späteren Kaiser Wilhelm I. bei dessen abenteuerlicher Flucht aus Berlin durch die aufständische Stadt. Für diese mutige Tat überreichte ihm Prinz Wilhelm von Preußen einen Ehrendegen, versehen mit einer sehr persönlichen Widmung. Der Degen wurde zum generationsübergreifenden Symbol für Hingabe und Loyalität. Später erbte Haerings Sohn – Oberleutnant Heinrich Haering – den Degen. Dieser fiel 1905 als Führer einer Funktelegraphen-Abteilung bei Kowes in Deutsch-Südwestafrika, verfügte aber testamentarisch, dass der Degen als bleibende Erinnerung seinem Regiment, dem Schleswig-Holsteinischen Infanterie-Regiment Nr. 163, in Neumünster übergeben werden sollte.

Das Fernmeldebataillon 6 wurde im Jahr 1958  in Neumünster neu aufgestellt. Im Dezember 1958 übergab der Verein Ehemaliger 163er den Haering-Degen offiziell an das FmBtl 6. Fortan hatte das Traditionsstück seinen festen Platz im Dienstzimmer jedes Bataillonskommandeurs und diente mehreren Generationen von Soldaten als Identifikations- und Erinnerungsobjekt. Zusätzlich lebt das Erbe des Degens auch im Verbandswappen weiter.

Mit der Auflösung des Fernmeldebataillons 6 blieb der Haering-Degen erhalten und wurde als Tradition durch den Stab der Panzerbrigade 18 „Holstein“ weitergeführt. Diese zog 2003 nach Boostedt um. Im Zuge der Auflösung zum Jahresende 2008 beschloss die Brigade, den Degen mitsamt Traditionsdokumenten an das Militärhistorische Museum der Bundeswehr (MHM) in Dresden zu übergeben. Die offizielle und feierliche Übergabe erfolgte Anfang Februar 2008. Heute befindet sich der Degen gut sichtbar, zusammen mit einem gerahmten Schreiben zur Geschichte und Bedeutung, in einer eigenen Vitrine im MHM Dresden. Damit steht dieses Traditionsstück weiterhin als Symbol für Werte, Traditionsbewusstsein und Kameradschaft des ehemaligen FmBtl 6 und seiner Vorgängereinheiten im öffentlichen Bewusstsein und ist der Nachwelt dauerhaft erhalten.

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