140km - Der Putlos-Marsch

von

PzJgKp 160 - Gerhard Wagner

Den Höhepunkt 1969 bildete der berühmte Putlos-Marsch, bei dem die Kompanie unter Führung des Hauptmann Burmester die 140 km Wegstecke von Hamburg nach PUTLOS in vier Tagen Fußmarsch zurücklegte. Kamerad Gerhard Wagner erinnert sich:

Der berühmte Putlos-Marsch, angeordnet von Hauptmann Burmester, fing schon Wochen vorher mit Eingewöhnungsmärschen zwischen 15 und 35 km an. Keiner konnte sich vorstellen, wie der Marsch ablaufen sollte. Meine beiden Küchenkamaraden und ich hatten neben dem Sanitäter und einem Fahrer das Glück, nicht mitlaufen zu müssen. Daher hatten wir auch eine andere Sichtweise auf den gesamten Marsch.

Schon nach dem ersten Tag wurden einige Fußkranke zum Kartoffelschälen abkommandiert. Da es aber immer mehr wurden, ließ sich Hauptmann Burmester abends die Füße zeigen und man hörte ihn nur sagen: "Sie können morgen mit laufen. Sie, Sie und Sie." Wir haben da Soldaten weinen sehen, die mit Hühnerei großen Blasen, die durch den Sanni notdürftig verarztet wurden, weiterlaufen mussten. Einige, bei denen die Füße zu sehr geschädigt waren, sodass sie nicht mal ihr Schuhwerk anbekamen, wurden in die Kaserne zurückgefahren.

Abends, wenn die meisten schliefen, saßen wir mit dem Sani, dem Fahrer und dem Oberleutnant auch schon mal zusammen. Da überraschte der Oberleutnant mit der Aussage, dass er auch nicht mit dem Marsch einverstanden war und auch andere höhere Dienstgrade das ähnlich sahen. Erwähnenswert wäre noch, dass uns der Sanitäter erzählte, wenn alle schliefen, sollte der Sanitäter mit seinem Behandlungskoffer zu Hauptmann Burmester kommen, um seine Füße zu behandeln. War also auch Hauptmann Burmester nicht ungeschoren davon gekommen!

Der Marsch der Montags begann, endete glücklicherweise freitags, wo es dann mit dem LKW wieder zurück in die Kaserne ging.

Anmerkung: So manch einer wird sagen, für 140 km in 4 oder 5 Tagen, da ziehe ich nicht mal meine guten Turnschuhe für an. Es ist aber etwas anderes, in einen Marsch eingebunden zu sein, mit Sturmgepäck, ABC-Tasche, Schlafsack, Kochgeschirr, Feldflasche und G3, das alleine schon 5 kg wog.

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