Versorgungskommando 600

Das Versorgungskommando 600 wurde 1970 mit Einnahme der Heeresstruktur 3 in Flensburg aufgestellt und unterstand dem Territorialkommando Schleswig-Holstein  und führte alle Logistiktruppenverbände des Territorialkommandos.

Mit Auflösung des Territorialkommandos im Jahr 1994 wurde auch das VersKdo 600 aufgelöst.

Inhalt

Wappen

Das Wappen zeigt ein Wikingerschiff, darunter Zahnkranz und Merkurstab auf blau-weiß-rotem Grund.

Durch die Aufnahme der Landesfarben wird der Bezug zum Land Schleswig-Holstein hergestellt, durch Zahnkranz und Merkurstab der Auftrag als Instandsetzungs-/Nachschubkommando symbolisch beschrieben. Dabei symbolisieren - der Zahnkranz und die Elektronenbahn - die InstTruppe - die Flammen- die Feuerwerker - der Merkurstab - den gesamten Bereich der NschTruppe und der NschEinrichtungen. Das Wikingerschiff ist das Symbol des Territorialkommandos Schleswig Holstein und dokumentiert die Zugehörigkeit des Versorgungskommandos 600 zu diesem Großverband.

Geschichte

  • Aufstellung

    access_time 01.01.1971 – Briesen-Kaserne, Flensburg

    Mit Aufstellungsbefehl Nr. 1475 (Heer) des Bundesministers der Verteidigung - Inspekteur des Heeres - Führungsstab Heer IV 4 -(BMVg - InspdH - FüH IV 4) - vom 22. Dezember 1970 wurde ab 01.01.1971 unter Heranziehung der Dienststellen

    - Kommandeur Logistiktruppen des Deutschen Bevollmächtigten im Bereich AFNORTH/Wehrbereichskommando I
    - Hauptdepotgruppe AFNORTH (Restteile) und
    - Stab/Stabskompanie Heeresversorgungsführer 600

    Das Versorgungskommando 600 als letztes der vier Versorgungskommandos des Heeres in der Briesen-Kaserne in Flensburg aufgestellt.

  • Umfang des Kommandos

    access_time 1971

    Dem Versorgungskommando 600 wurden aus den vorgenannten Kommandos insgesamt unterstellt: 9 Bataillone, sowie 18 Depots und Teildepots und 4 selbständige Kompanien (davon 1 Kompanie Geräteeinheit) mit einer Gesamtstärke im Verteidigungsfall von rund 10.800 Soldaten und 1.000 Zivilbediensteten. Die Friedensstärke betrug rund 3.700 Soldaten und ca. 900 Zivilbedienstete.

  • Erste große Umgliederung

    access_time 1972

    - schweres Transportbataillon 955 in Transportbataillon 601
    - Depotumschlagbataillon 923 in Nachschubbataillon 602 (Geräteeinheit) umgegliedert und umbenannt wurden,
    - das Transportbataillon 630 aufgelöst
    - das Instandsetzungsbataillon 460 in Instandsetzungsbataillon 640 umbenannt und
    - das Versorgungsbataillon 711 in Feldersatzbataillon 610 umbenannt und umgegliedert wurden.

    Außerdem wurde aus der Pipelinepionierbetriebskompanie 641 die Pipelinepionierkompanie 641, die ab 01.01.73 von Putlos/Holstein nach Schleswig verlegt wurde. Ferner erfolgte am 01.01.72 die Neuaufstellung des Nachschubausbildungszentrums 610 in Heide.

  • Erneute Umgliederungen

    access_time 1975

    - InstBtl 640 wechselt - nach Umbenennung in InstBtl 6 am 12.12.75 zur 6. PzGrenDiv unterstellt.
    - unmittelbare Unterstellung der beiden in Hamburg gelegenen InstAusbKp 1/6 und 19/I unter Stab/Stabskompanie Versorgungskommando 600
    - NschBtl 610 gibt ab MatKp an 6. PzGrenDiv (als 3./Nschbtl 6)
    - Auflösung Transportbataillon 630
    - Eine aktive Kompanie InstBtl 630 an InstBtl 610 unterstellt.
    - Auflösung Technische Bataillon Sonderwaffen 660
    - Neuaufstellung InstBtl 610 aus Tech Btl Sonderwaffen 660 (mit 7 Kompanien)

  • Umgliederung in Heeresstruktur 4

    access_time 1980 – 1982

    In den Jahren 1980 bis 1982 wird die Heeresstruktur 4 durch das VersKdo 600 vollständig eingenommen. Dabei erhalten die Masse der Depots eine neue STAN, die Bataillone werden umgegliedert, das NschAusbZentrum 600 verlegt von Seeth nach Heide in die Wulf-Isebrand-Kaserne.

  • Versorgungsübung HOLSATIA

    access_time 1983

    Die Versorgungsübung "HOLSATIA" - 1983 erstmalig unter Beteiligung aller Verbände, selbständigen Einheiten, der Depots und zahlreicher einberufener Reservisten durchgeführt - erhält bis 1988 einen festen Platz in der Ausbildung der Soldaten.

  • Kontakte mit den Dänen

    access_time 1983

    1983 werden die ersten kameradschaftlichen Kontakte zwischen dem Kommandeur Versorgungskommando 600 - Oberst Müller-Berg und Oberstleutnant Schriver, dem Kommandanten von Sögaard, einem Bereich des Jyske Parkomräde in Hjörring, aufgenommen. Diese Dienststelle ist verantwortlich für die Einlagerung eines Verteidigungsvorrates der Jütlanddivision in LogEinrichtungen der Bundeswehr.

  • Hohe Wehrübungstätigkeit

    access_time Ab 1984

    In den Jahren ab 1984 entwickelt sich im VersKdo 600 eine rege Wehrübungstätigkeit. Bis zu 2.000 Reservisten werden jedes Jahr in Truppenwehrübungen der Bataillone und Depots, Lehrgängen am Nachschubausbildungszentrum 600 und in Einzelwehrübungen ausgebildet und auf ihre Einsatzfunktion vorbereitet.

  • Übungsunterstützung

    access_time 1986 und 1987

    In den NATO-Übungen „BOLD GUARD 86“ und „BRISK FRAY 87“ und bei zahlreichen Unterstützungen von Einsatzübungen stellt das VersKdo 600 seine gute logistische Leistungsfähigkeit unter Beweis.

  • Lagervorrat in Dänemark

    access_time 1987

    Bedingt durch die begrenzte Lagerkapazität in den Gerätedepots und die Notwendigkeit, Logistik auch aus der Tiefe des Raumes sicherzustellen, werden Vorräte in Depots in Dänemark eingelagert. In Klosterhede, Varde und Dejbjerg wird Munition, Gerät und Sanitätsmaterial auf ca. 15.000 m² bevorratet.

  • Personalstatistik

    access_time 1988

    Im Frieden: 2.324 Soldaten und 1.178 zivile Mitarbeiter und im Einsatz: 5.597 Soldaten und 1.253 zivile Mitarbeiter

  • Wiedervereinigung

    access_time 1990 ff

    Zahlreiche Offiziere und Unteroffiziere des VersKdo 600 werden zur Aufstellung der Bw und Auflösung der NVA in den Osten versetzt bzw. kommandiert. VersKdo 600 stellt sich darauf ein, die neuen Dienststellen, aber auch die entstehenden Bundeswehrdepots im Korps/TerrKdo OST zu unterstützen und Material in den eigenen Depots aufzunehmen.

  • Auflösungsdatum

    access_time 1991

    Als Oberst Baum am 31.03.91 das Versorgungskommando 600 an Oberst Jürgen Abraham übergibt, steht das Kommando noch einmal - obwohl bereits das Auflösungsdatum mit dem 31.03.94 feststeht - vor einer großen Bewährungsprobe. Die Unterstützung des Korps/ TerrKdo OST nimmt einen großen Umfang an. Die beginnende Umgliederung und Auflösung von Truppenteilen nach HStr 5 erfordert die Organisation der Aufnahme des Materials in der Depotorganisation. Der Kommandeur VersKdo 600 wird als Strukturbeauftragter Logistiktruppen in Schleswig-Holstein und Hamburg verantwortlich für die Umstrukturierung der Logistiktruppen.

  • Einnahme Heeresstruktur 5

    access_time 1993

    1993 beginnen dann auch im Versorgungskommando 600 die ersten Organisationsmaßnahmen zur Einnahme der Heeresstruktur 5. Die Aufgaben des Materialkontrollzentrums sind bereits zum 01.01.93 an das VersKdo 800 übergeben worden.

  • Auflösungsappell

    access_time 15.03.1994

    Am 15.03.94 werden in einem Appell aller Logistiktruppen und -einrichtungen des TerrKdo S-H und der 6.PzGrenDiv Stab und StabsKp VersKdo 600 nach fast genau 23 Jahren durch den Befehlshaber TerrKdo S-H/Kdr 6.PzGrenDiv, GenMaj v. Falkenhayn, außer Dienst gestellt. Gleichzeitig werden InstRgt 6 und NschRgt 6 aufgestellt und die Depots werden dem Kommandeur Logistikbrigade 1 in Lingen unterstellt.

  • Das Ende

    access_time 31.03.1994

    23 Jahre lang hat das VersKdo 600 unter insgesamt 6 Kommandeuren seine logistischen Aufgaben in Schleswig-Holstein erfüllt. Geänderte Strukturen und Aufgaben in einer kleiner werdenden Bundeswehr bringen 1994 das "Aus" für diesen logistischen Großverband. Alle Angehörigen des VersKdo 600 können mit Stolz auf die in den zurückliegenden Jahren für die logistische Unterstützung der Verbände und Dienststellen geleistete Arbeit zurückblicken.

Gliederung


  1. Versorgungskommando 600

    in der Heeresstruktur 3 (1971 - 1980)

    1. Stabs- und VersKp

    2. aktive Verbände

      1. InstBtl 460
        (Hamburg)

      2. Tech. Btl Sonderwaffen 660
        (Heide)

      3. NschBtl 610
        (Seeth)

      4. gem. TrspBtl 630
        (Seeth)

      5. sTrspBtl 955
        (Putlos)

      6. VersBtl 714
        (Schleswig)

      7. sBttrstfKp 911
        (Putlos)

    3. Ausbildungseinheiten

      1. InstAusbKp 19/I
        (Hamburg)

      2. AusbKp 18/I
        (Seeth)

    4. Geräteeinheiten

      1. sTrspBtl 956
        (Süderlügum / Wimmersbüll)

      2. VersBtl 711
        (Schauendahl)

      3. DptUmschBtl 923
        (Süderlügum / Wimmersbüll)

      4. NschDpKp 863
        (Karenberg)

    5. Depots

      1. Gerätedepot Jübek
        (Jübek)

        1. Geräteaußenlager
          (Weesby)

        2. PiplPiMatLgr
          (Flensburg)

        3. DatFernÜbertrTrp
          (Jübek)

      2. Munitionsdepot Löwenstedt
        (Löwenstedt)

        1. Teildepot Btrsf
          (Wallsbüll)

        2. Teildepot Mun
          (Jardelund)

      3. Munitionsdepot BOOSTEDT
        (Boostedt)

      4. Munitionsdepot KROPP
        (Kropp)

        1. Bodenständiger Versorgungspunkt
          (Kropp)

      5. Sanitätsdepot BRAMSTEDTLUND
        (Bramstedtlund)

        1. SanMatAußenLgr
          (Bramstedtlund)

      6. Korpsdepot 651
        (Oster-Ohrstedt)

      7. Korpsdepot 652
        (Welmbüttel)

      8. Korpsdepot 653
        (Ellundfeld)

      9. Korpsdepot 654
        (Idstedt)

      10. Korpsdepot 655
        (Hohenlockstedt)

      11. Korpsdepot 656
        (Kropp)

      12. Korpsdepot 657
        (Boostedt)

Auftrag

Dem neu geschaffenen Kommando wurden folgende Aufgaben übertragen:

  • Durchführung der Logistik für die im Territorialbereich Schleswig-Holstein/ Hamburg stationierten Truppen und Dienststellen des Territorialheeres, der deutschen Korpstruppen im Bereich LANDJUT und für bestimmte Waffensysteme im Bereich des Feldheeres (6. Panzergrenadierdivision) gem. Weisung des Territorialkommando Schleswig-Holstein/ Deutscher Bevollmächtigter im Bereich AFNORTH.
  • Wahrnehmung der Aufgaben eines Nachschubkommandos
  • Wahrnehmung der Aufgaben eines Instandsetzungskommandos für den deutschen Anteil der Korps-Truppen im Bereich des LANDJUT-Korps.
  • Durchführung der Grundausbildung für Rekruten der Instandsetzungs- und der Nachschubtruppe.

In vereinfachter Form dargestellt, sieht das etwa so aus: das Versorgungskommando 600 führt Logistiktruppen und logistische Einrichtungen des Territorialkommandos Schleswig-Holstein/ DBvBerAFNORTH zur Durchführung des Nachschubs sowie der Feld- und Depotinstandsetzung.

Es bewirtschaftet mit dem Materialkontrollzentrum den Korps-, Wehrbereichskommando und Territorialkommandovorrat; nimmt Aufgaben eines Nachschubkommandos und eines Instandsetzungskommandos aus dem Bereich der Logistik eines Korps wahr.

Standort

StO Swinemünder Str. 13

Der Kleinstandort an der Swinemünder Str. 13 in Flensburg war Heimat des Versorgungskommando 600. Inzwischen sind die nach 1939 als Ledigenwohnheim genutzten Gebäude abgerissen worden. Die Bundeswehr nutze die Liegenschaft von 1958 bis 1994. Inzwischen fand eine Konversion zum Seniorenwohnheim statt.

Personal

Stab Versorgungskommando 600

Kommandeure
O Berke, O Pohl, O Nitschke, O Müller-Berg, O Baum, O Abraham

Stellvertretende Kommandeure
O Pohl, O Nitschke, OTL Schlereth, OTL Kausch, OTL Reichardt

G3-Stabsoffiziere

OTL Meisner, OTL i.G. Liebscher, OTL Kramer, OTL i.G. Zimmer, OTL i.G. Overkott, OTL Lindner, OTL i.G. Noffke, OTL Overkott, OTL Wilckens

S1 - Stabsoffiziere

OTL Zimmer, OTL Kanitz, OTL Kleine

S2-Offiziere

H Feritag, H Hassel, H Maag, H Janik, M Jung

Leiter MatErh

OTL Tinteloth, OTL Hansen, M Petri

LSO

OAstAp Haller, FltAp Arp

 

Leiter MKZ

Kompaniechefs
OTL Pennig, OTL Schweißhelm, OTL Haasch, OTL Zaremba, OTL Rössing, OTL Overkott

 

S4-Stabsoffiziere

OTL Zschweigert, OTL Kieback, OTL Sauerteig, OTL Bulicek, OTL Ploen

StabsKp VersKdo 600

Kompaniechefs
H Greiner, H Matyschok, H Sauer, H Legies, H Wagner, H Krauthoff, H Mulack, M Jung, H Böhm, H Weber

Kompaniefeldwebel
HF Krause, HF Petersen, SF Lorek, SF Brandes

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