Rantzau-Kaserne


Die Boostedter Rantzau-Kaserne wurde am 3. Juni 1958 in Beisein von Ministerpräsident von Hassel an die Bundeswehr übergeben. In der Bauphase handelte es sich bei der Maßnahme um den seinerzeit größten Kasernenneubau in West-Deutschland.

Der erste Verband, der dort einzog, war das Panzerbataillon 13, das später in Panzerbataillon 183 umbenannt wurde. Ebenso das Panzergrenadierbataillon 46 (später in 182 umbenannt und Umzug nach Bad Segeberg) und die Instandsetzungskompanie 546 (später Instandsetzungsbataillon 6) gehörten zu den ersten Verbänden der Kaserne.

Auf einer Fläche von 53,4 ha bieten knapp 40 Gebäude Platz für ca. 2.500 Soldaten.

Übersicht:

Größe:
zoom_out_map  80 ha

Abgabe:
date_range  31.12.2015

Status:
komplett erhalten, diverse Nutzer

Namensschriftzug am Haupteingang der Rantzau-Kaserne (2014)
Namensschriftzug am Haupteingang der Rantzau-Kaserne (2014)

Nach dem Bau und Bezug der Kaserne war die Boostedter Bevölkerung ihren Soldaten nicht von Anfang an gut gesinnt, es kam zu gewalttätigen Übergriffen, die erst nach diversen Veranstaltungen der Bundeswehr abgebaut werden konnten.

Ihren Namen erhielt die Kaserne "Rantzau-Kaserne" erst im Jahre 1966 in Erinnerung an das Adelsgeschlecht von Rantzau, die die Geschichte Schleswig-Holsteins in mehrerer Hinsicht prägten.

Zu Zeiten des Kalten Krieges waren in der Kaserne hauptsächlich die Panzerbrigade 18 und einige ihrer Verbände stationiert. Daneben waren ebenfalls Divisionstruppen wie die Drohnenbatterie 6 in dem Standort beheimatet.

Mit der Auflösung des Panzerbataillons 183 und der Panzerbrigade 18 zum Ende des Jahres 2008 wurden das Logistikbataillon 162 und das Instandsetzungsbataillon 166 (ehemals InstBtl 6 HEER) hier stationiert und damit war die Kaserne fest in der Hand der Streitkräftebasis.

Im Jahre 2011 gab das Bundesverteidigungsministerium bekannt, das der Standort Boostedt mit Ausnahme des am Rande des Ortes liegenden Munitionsdepots komplett aufgelöst wird. Die beiden Verbände der Kaserne waren zum Schluss noch mit der Rückführung von Material aus Afghanistan beschäftigt. Bis Mitte 2015 war der letzte Auftrag abgeschlossen, sodass die Kaserne Ende 2015 abgegeben wurde.

Erhalten bleibt außerdem der angrenzende Standortübungsplatz.

Bedingt durch den großen Strom an Flüchtlingen nach Deutschland wurde entscheiden, dass ab Januar 2015 vier Blocks aus der Kaserne ausgegliedert werden und als Erweiterungsfläche des Schleswig-Holsteinischen Landesamtes für Ausländerangelegenheiten / Aufnahmestelle für Aussiedler und Asylsuchende dient und 500 Personen Platz bietet, da die Unterkunft in der ehemaligen Scholtz-Kaserne total überfüllt ist zum jetzigen Zeitpunkt.

Im September 2019 erst hatte der Bürgermeister Boostedts die Verträge für den Bau einer "Waldsiedlung" (T-Bereich bei den Simulatoren vom PzBtl 183) und eines Gewerbeparks, dem China Logistic Center der Tietje-Gruppe aus Itzehoe, auf dem Kasernengelände unterschrieben. Seit Oktober 2019 ist dort in einigen Gebäuden die Justizvollzugsschule eingezogen. Hier ist bis 2024 ein Mietvertrag geschlossen worden, eine dauerhafte Unterbringung hier wird aber angestrebt. Noch wird der größte Teil der Kaserne von der Erstaufnahme für Flüchtlinge belegt. 550 Flüchtlinge leben derzeit in Boostedt. Bis 2024 soll die Erstaufnahme bestehen bleiben.

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